Josef-Durler-Schule Rastatt

Chemie-Projekt für Grundschüler
Wissbegierige Schar von Grundschülern
[vgl. Badische Neueste Nachrichten vom 20. März 2009]
Rastatt (eva)-

Aus den Laborräumen der Josef-Durler-Schule Rastatt dringen ungewöhnliche Töne ins Foyer der Schule. Es sind die hohen Stimmen begeisterter Grundschüler und –schülerinnen, die Halstabletten in 'Schlangen des Pharao' verwandeln, Gummibärchen herstellen oder Münzen vergolden.
Dr. Detlef Drees, Chemielehrer an der Josef-Durler-Schule, hat das Projekt 'Chemie für Grundschüler' initiiert.

Dreizehn Schülerinnen der Jahrgangstufe 1 des Technischen Gymnasiums der Josef-Durler-Schule betreuen eine wissbegierige Schar: Aus welchen Grundstoffen besteht Brausepulver und was geschieht, wenn man es mit Wasser mischt und in ein Filmdöschen füllt? Wie kommt die Farbe und wie das Aroma in ein Gummibärchen? Ist Apfelsaft sauer und wie verfärbt sich ein luftschlangen-ähnliches Indikatorstäbchen, wenn man es in Orangensaft, und wie, wenn man es in Seifenwasser hält?

Ayse und Isabella aus der vierten Klasse der Hansjakob-Schule in Rastatt können dies jetzt ihren Eltern erklären, und ihnen berichten, warum sie für manches Experiment mit einer Schutzbrille versorgt wurden. Sie haben mit ihren Mitschülern und Mitschülerinnen und mit Nikolas, Nurdogan und Ahmet aus der Parallelklasse sich eifrig gemeldet, wenn Regina und Nicola, in der Betreuung von Kindergruppen erprobte Schülerinnen der Josef-Durler-Schule, sie zum Experimentieren mit Brausepulver auffordern: "Wir brauchen jemanden, der ganz schnell ist!".

Derweil rührt am benachbarten Labortisch eine andere Gruppe Gelatine, Zucker und Zitronensäure mit warmem Wasser schaumig, fügt Zitronenaroma und Lebensmittelfarbe dazu. Eine Gruppe Mädchen aus der dritten Klasse der Rastatter Hans-Thoma-Schule mischen begeistert gelb, rot, grün und blau zusammen und wundern sich schließlich, wie braun-rot ihr Gummibärchen-Rohstoff jetzt geworden ist.

Bis die Masse in den Formen zu einem festen Weingummi wird, wollen die Grundschüler aber nicht warten, schließlich lockt noch das Chemielabor im Souterrain mit diesem ein wenig merkwürdigen Geruch. Denn Mirjam und Sarah betreuen dort geduldig Zweitklässler aus Grötzingen, wenn sie in einem feuerfesten Töpfchen eine Halstablette verkokeln und damit die 'Schlange des Pharao' wachsen lassen: "Iiieh, das sieht ja eklig aus", stellen die einen beim Anblick des grün-schwarzen schlangenförmigen Ergebnis fest, und die anderen rufen "Oh, cool!".

Organisiert haben dieses Projekt Anna-Maria Reichert und Katharina Flößer aus der TGG_J1: "Wir wollten lernen, ein Projekt zu organisieren, mit Kindern zu arbeiten – und wir möchten damit Kinder für Chemie und andere Naturwissenschaften begeistern".

Diese Zielsetzung fand Unterstützung: Die Niederlassung der Dow Chemical in Rheinmünster brachte Grundschüler aus Greffern nach Rastatt und sponsert die Veranstaltung – unter anderem mit Gummibärchen.

Text: Eva Kormann | Foto: Helena Peters