Josef-Durler-Schule Rastatt

"Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf"
Einführung im September als Nachfolgemodell des BVJ
[vgl. Badische Neueste Nachrichten vom 15.01.2010]
Rastatt (wla) – Die Tage des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ) zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses sind gezählt. Das Nachfolgemodell "Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf" steht in den Startlöchern und wird mit dem kommenden Schuljahr auch an der Josef-Durler-Schule Rastatt (JDSR) eingeführt.

"Das Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf läuft bereits seit diesem Schuljahr an einigen Bildungseinrichtungen in Baden-Württemberg als Schulversuch", erläutert Klaus Bäse, Leiter des Fachbereichs Berufsvorbereitung an der JDSR. Im September werde es auch an der ehemaligen Gewerbeschule als Nachfolgemodell des BVJ eingeführt.

"Im Vergleich zum BVJ ist der Praxisanteil in dem neuen Schulmodell deutlich höher", informiert Bäse. Die Fächer Deutsch und Mathematik würden von der "Sprach-" bzw. "Rechenkompetenz" abgelöst, die künftig nur noch mit einer Stunde pro Woche statt der bisherigen drei Stunden im Stundenplan vorgesehen seien. Einen verbindlichen Lehrplan gibt es zwar noch nicht, doch sieht der Fachbereichsleiter darin keinen Nachteil: "Wir können mit den Schülern den Stoff erarbeiten, den sie in der Praxis auch konkret anwenden können, zum Beispiel messen, Flächen und Volumen berechnen." In der Sprachkompetenz hingegen werde man sich auf die Lektüre beschränken, die in der Werkstatt gelesen wird. Voraussetzung sei natürlich eine enge Abstimmung zwischen den Werkstatt- und den Fachlehrern.

Als weitere Unterrichtsfächer sind Sport, Religion, Computeranwendung und Lebensweltbezogene Kompetenz (mit Gemeinschafts- und Wirtschaftskunde) vorgesehen. Dabei, so Bäse, gehe es etwa darum, wie man ein Konto eröffne und führe oder worauf man beim Abschluss eines Mietvertrages achten müsse.

Breiten Raum wird die praktische Arbeit einnehmen. "In der Werkstatt werden die Schüler erfahren, welche Herausforderung es ist, acht Stunden zu arbeiten und sie müssen lernen, einen Arbeitsauftrag im vorgegebenen Zeitrahmen zu erfüllen." Auch ein Berufspraktikum, voraussichtlich im gemeinnützigen Bereich, sei vorgesehen. "Ziel des VAB ist nicht der Hauptschulabschluss, sondern die Jugendlichen auf die Basics des alltäglichen Lebens vorzubereiten", macht Klaus Bäse unmissverständlich deutlich.

Doch so ganz in ungreifbare Ferne gerückt ist der Hauptschulabschluss dennoch nicht: Neben der Praxisgruppe sollen dafür geeignete Schüler in einer so genannten Theoriegruppe mit zusätzlichem Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch die Möglichkeit erhalten, einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Bildungsabschluss nachzuholen.

Text und Fotos: Langen-Droll