Josef-Durler-Schule Rastatt

MIN-Toring
Einmal selbst im Labor stehen und den eigenen Forschergeist entdecken
[vgl. Badische Neueste Nachrichten vom 22.12.2009]
Rastatt - Einmal selbst im Labor stehen und den eigenen Forschergeist entdecken: Diese Erfahrung konnten neun Jugendliche aus der Jahrgangsstufe 13 des Technischen Gymnasiums an der Josef-Durler-Schule Rastatt (JDSR) beim MINT-Experimentier-Camp in Berlin sammeln. Das Camp fand bereits zum zweiten Mal im Rahmen des bundesweiten Bildungsprogramms "MINToring – Studierende begleiten Schülerinnen und Schüler" in der Bundeshauptstadt statt. Auch im vergangenen Jahr hatten Schüler der JDSR daran teilgenommen.

Die Teilnehmer erfuhren in verschiedenen Workshops an renommierten Forschungseinrichtungen, welche Chancen ihnen ein Studium im naturwissenschaftlich-technischen Bereich eröffnet und wie der spätere Berufsalltag aussehen könnte.

So ermöglichte der Workshop am Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration den Jugendlichen beispielsweise einen interessanten Ausflug in die Elektrotechnik und beantwortete unter anderem die Frage, warum immer mehr Funktionen in immer kleinere Mobiltelefone passen. Am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik standen anspruchsvolle Workshops zur Molekularbiologie auf dem Programm.

Die Nachwuchsforscher analysierten in den Laboren eigenständig DNA-Sequenzen und erhielten spannende Einblicke in die Bioinformatik. Mit dem Programm "MINToring" wollen die Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung mehr junge Menschen für MINT begeistern und zu einem MINT-Studium motivieren. Am Standort Karlsruhe unterstützt der Verband der Metall- und Elektroindustrie e.V. (Südwestmetall) das Bildungsprogramm.

Nach Informationen des sdw hätten zunächst nur etwa die Hälfte der Schüler, die Interesse an den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zeigten, Lust, später in einem MINT-Beruf zu arbeiten. Doch nachdem der erste "MINToring"-Jahrgang im Sommer 2009 das Abitur ablegte, habe sich ein positives Fazit ziehen lassen: Über 85 Prozent der geförderten Schüler hätten nach ihrem Abitur ein MINT-Studium aufgenommen. Der sdw führt dies darauf zurück, dass die Schüler bereits zwei Jahre vor dem Abitur intensive Einblicke in die MINT-Praxis erhielten.

Die Besonderheit des Programms liege darin, dass die Teilnehmer auch in den ersten beiden Semestern ihres MINT-Studiums begleitet werden, damit der Übergang von der Schule an die Hochschule erfolgreich gelingt. Während dieser insgesamt drei Jahre stehen den Jugendlichen Studierende der MINT-Fächer als MINToren zur Seite.

Text: Langen-Droll | Foto: Marek Kruszewski