Klasse der Josef-Durler-Schule Rastatt als 'Premierenklasse' in Baden-Baden
Deutschunterricht heute muss Kinder und Jugendliche zum mündigen Umgang mit Medien erziehen. Junge Menschen lernen so Theater als Spielraum für Erfahrungen zu begreifen, die sie und andere Menschen betreffen, vergnügen, erschrecken und nachdenken lassen. Das Theater Baden-Baden und seine Theaterpädagogin Daniela Krämer unterstützen Schulen dabei mit wunderbaren Ideen.
So können Schulklassen zu "Premierenklassen" werden: Das Theater Baden-Baden öffnet seine Premieren für einzelne Schulklassen, die davor auch Einblick ins Theatermachen erhalten – durch Probenbesuche, praktisches Arbeiten mit Regisseuren oder der Theaterpädagogin oder Führungen hinter die Kulissen des Hauses. Eva Kormann, Deutschlehrerin an der Josef-Durler-Schule Rastatt, ließ sich dieses Angebot nicht entgehen und konnte ihre Klasse, eine 12. Klasse des Technischen Gymnasiums, für den Besuch der Premiere von "Warten auf Godot" begeistern.
Wer Becketts Klassiker des absurden Theaters kennt, wird vielleicht erstaunt sein, dass der Besuch einer Aufführung dieses Stücks Schaulust bei theaterunerfahrenen jungen Menschen hervorrufen kann. Doch die Schüler und Schülerinnen verfolgten aufmerksam Harald Fuhrmanns Inszenierung, versuchten angeregt die reduzierten Signale der Ausstattung zu deuten und ließen sich einfangen von der Sprech- und Körperakrobatik der Darsteller. So meinte einer der Schüler: "Der Dialog war - trotz manchmal etwas verwirrender Phrasen - sehr unterhaltsam und hat mich sehr begeistert, da der Charakter der beiden Hauptdarsteller unterschiedlich war und sie sich im Gespräch auf eine witzige Art und Weise ergänzten."