Josef-Durler-Schule Rastatt

BK - Projekt
Bewährte Tradition ist inzwischen die Projektwoche vor den Herbstferien in der Rastatter Schule.
[vgl. Badisches Tagblatt vom 05.11.2010]
Rastatt (wla) – Grell geschminkte Mädchen in Miniröcken oder bunten Fummeln rekeln sich auf den Stühlen. Ein Junge im feinen Zwirn und weißem Hemd sitzt dazwischen und macht einen etwas verlorenen Eindruck. Auf den Tischen liegen Lippenstifte, leere Becher und Zeitschriften herum. Es ist Drehtag im Berufskolleg der Josef-Durler-Schule.

Bewährte Tradition ist inzwischen die Projektwoche vor den Herbstferien in der Rastatter Schule. Im Berufskolleg ist auch dieses Jahr wieder der Schauspieler Joachim Presch dabei, mit den Schülern einen Videofilm zu erarbeiten.

"Um ein Thema zu finden, haben wir uns am ersten Tag über das Leitbild der Schule unterhalten", erzählt Presch, der auch Vorsitzender des Vereins "Kasper und seine Freunde" ist. "So kamen die Jungs und Mädchen schließlich auf den Gedanken, Mobbing von Mitschülern und Lehrern zum Gegenstand ihrer Story zu machen."

Nachdem am Montag Handlung und Personen festgelegt, die Rollen verteilt und ein Skript verfasst wurden, muss am Ende des zweiten Tages alles im Kasten sein. 50 Schüler aus zwei Klassen wurden in vier Gruppen aufgeteilt, wer nicht schauspielert, ist Kameramann, Regisseur, Drehbuchautor oder Cutter. "Bei diesem Kreativitätsprojekt geht es nicht nur um den Stoff, mit dem die Jugendlichen sich auseinandersetzen, sondern auch um die Förderung von Teamfähigkeit und Integration", erläutert Presch.

Am dritten Tag ist dann das Schneiden des Filmmaterials angesagt. Doch das fertige Produkt soll ja auch vermarktet werden. Also steht der Donnerstag ganz im Zeichen des Marketings. Ein Flyer, ein Cover und ein Plakat müssen erstellt und eine Dokumentation ins Internet gestellt werden. "Die Teams haben die Möglichkeit, auf der Plattform unseres Vereins Kasper und seine Freunde ihre Filme bei You Tube einzustellen", berichtet Presch. Außerdem sollen die Schüler für jedes Video eine eigene Homepage mit einer Kurzbeschreibung des Projekts anlegen, die wiederum mit der Plattform bei You Tube vernetzt wird.

Am Freitag ist es dann soweit: Zum ersten Mal werden die fertigen Filme dem Publikum, Schülern und Lehrern, präsentiert, bevor am Tag der offenen Tür am 6. Februar 2011 die Videos auch der breiteren Öffentlichkeit vorgeführt werden. Gespannt sitzen alle vor der Leinwand – und sind voll und ganz zufrieden mit dem Resultat. Vier Tage Arbeit, die nicht nur Spaß gemacht haben, sondern die Schüler auch mit Stolz erfüllen.

Text und Fotos: Langen-Droll