Projekt: Nachgeführte Solarstromanlage
Projektbeschreibung

Herstellung mechanischer Teile

Kernlochbohrung für Mastbefestigung

Ausrichten des Mastes

Montage der Nachführeinheit

Installation der Steuerung

Montage der Solarmodule

Montage der Solarmodule

Montage der Solarmodule

Anlage Rückseite

Zählerschrank, Netzeinspeisung

Wechselrichter-
montage

Zusammenbau des Windwächters

Windwächter

Beteiligte Schüler vor der fertigen Anlage
Bericht: August Wieland

Gesamtansicht
Solarstromanlagen bringen höhere Erträge, wenn sie der Sonne nachgeführt werden.
Zudem sind solche Anlagen komplexe elektromechanische Systeme und damit besonders für den
Projektunterricht im Ausbildungsberuf Mechatronikerinnen / Mechatroniker geeignet.
Dies waren die Intentionen der betreuenden Lehrer, als sie mit ihren Schülerinnen und
Schülern der Mechatroniker-Fachklasse, Klassenstufe 3, dieses Projekt angingen.
Bei einem Besuch der Solarmesse in Freiburg holte man sich erste Anregungen. Danach begannen
intensive Phasen der Planung, Projektierung, Herstellung und des Aufbaus. Die Schülerinnen
und Schüler mussten, in Gruppenarbeiten organisiert, Themenfelder wie Standort, Anlagengröße,
Einspeisestelle, Kosten, Finanzierung, Wirtschaftlichkeit, mechanische und elektrische
Komponenten, Steuerungstechnik u. a. bearbeiten Um den Kostenrahmen von rund 10 000 €
einzuhalten, entschied man sich, die Anlage aus gängigen Industriekomponenten zu bauen und
diese den örtlichen Gegebenheiten und der Anlagenspezifikation anzupassen.
Die Anlage wird durch zwei Gleichstrommotoren dem Sonnenstand nachgeführt, wobei auf die
kalendarischen Daten des Sonnenlaufes zugegriffen wird. Dabei richten beide Motoren die
Solarmodule alle 8 Minuten neu auf die Sonne aus: einer realisiert die Ost-West-Richtung, den
so genannten Azimutwinkel und der andere die horizontale Neigung, den Elevationswinkel.
Da die Anlage exponiert auf dem Schuldach steht, wurde ein Windwächter in die Steuerung
integriert, der die Modulfläche von rund 8 Quadratmeter bei einer einstellbaren maximalen
Windgeschwindigkeit in eine Sicherheitsstellung (Azimutwinkel = 250°, Elevationswinkel = 10°
zur Horizontalen) fährt.
Prinzipschaltbild
Technische Daten
Die Anlage besteht aus 6 Solarmodulen mit je 205 Watt Spitzenleistung. Damit ergibt sich eine
maximale Gesamtleistung des Solargenerators von 1230 Watt.
Der von den Solarmodulen erzeugte Gleichstrom wird durch einen Wechselrichter mit einer
maximalen Wechselstromausgangsleistung von 1100 W in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt und
in das Stromnetz der Stadtwerke Rastatt eingespeist.
Visualisierung
Die aktuelle Einspeiseleistung, der Tagesertrag und der Gesamtertrag der Anlage werden im Schulgebäude
auf einer Anzeigetafel für alle Interessierte dargestellt. Dabei werden die vom Wechselrichter
errechneten Werte via Powermodem über das Energienetz zur Anzeigetafel übertragen. Gleichzeitig
wird dadurch die Funktion der Anlage überwacht.
Mehrertrag durch Nachführung
Im ersten Betriebsjahr der Anlage konnte ein Mehrertrag von rund 35 Prozent erzielt werden. Referenzanlage
für die Ermittlung ist dabei die seit 2002 bestehende 14 kW-Anlage der Schule (siehe Projektbeschreibung).
Diese Anlage steht mit einem Neigungswinkel von 30° auf dem Flachdach von Gebäude A und hat nur eine
geringe Abweichung von der idealen Südausrichtung.
Umweltaspekt
Zusammen mit den beiden fest installierten Solarstromanlagen verfügt die Josef-Durler-Schule über
insgesamt 16,2 kW Solarstromleistung. Damit werden jährlich rund 8 Prozent des Stromverbrauchs der
Schule selbst erzeugt und dadurch der CO2 – Austoß um ca. 10 Tonnen reduziert.
Pädagogischer Aspekt
Aufgrund der guten Zugängigkeit über das Treppenhaus bietet sich die Anlage sehr als Anschauungsobjekt
an. Da die Messdaten von einem Datenspeichergerät erfasst werden, können diese jederzeit ausgelesen
und interpretiert werden. Im Rahmen weiterer Projektarbeiten können technische Veränderungen vorgenommen
werden.
Kosten und Finanzierung
Finanziert wurde die Anlage vom Verein "Freunde der Josef-Durler-Schule", der dem Projekt von Anfang
an aufgeschlossen gegenüberstand und jetzt Eigentümer sowie Betreiber der Anlage ist. Auch der
Landkreis Rastatt als Schulträger gab bereitwillig seine Zustimmung für die erforderliche Dachbenutzung
und übernahm den Versicherungsschutz.
Die Kosten für die Anlage betrugen ohne Berücksichtigung der Eigenleistung 10.300 € incl. MWSt.
Die Eigenleistungen in Form von Projektarbeiten ergaben eine Einsparung von ca. 2.000 €
Nach dem Erneuerbare Energien Gesetz erhält der Förderverein von den Stadtwerken Rastatt pro
eingespeister Kilowattstunde Solarstromenergie 0,518 €. Damit ergibt sich eine kalkulierte
Amortisierungszeit für die Anlage von ca. 13 Jahren.
Beteiligte
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Schulklasse
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E3ME/T Schuljahr 05/06
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Lehrer:
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TOL Eugen Socha (Metalltechnik),
OStR August Wieland (Elektrotechnik)
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